Regulationstools sind nur die halbe Miete
- Janine Grawe

- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
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Die ganze Welt kennt sie mittlerweile; zumindest kommt mir das manchmal so vor:
Nervensystem-Regulationstools
Und das ist großartig! Sie helfen uns dabei, uns durch herausfordernde Situationen zu navigieren oder überhaupt mal das Gefühl von etwas mehr Gelassenheit zu spüren (und wenn nur zu 1 %).
ABER:
💡 Regulationstools sind nur die halbe Miete auf dem Weg zu einem regulierten Nervensystem.
Denn sie sind nicht die Lösung des Problems. Sie sind Symptombehandler.
Falls du es noch nicht weißt: Ich bin (auch) Ärztin. 🩺
Das, was viele Menschen mit Regulationstools tun, erinnert mich sehr an das, was in der Schulmedizin immer noch gang und gäbe ist. Wir behandeln Symptome mit Medikamenten, aber schauen oft gar nicht so richtig hin, was die Ursache ist.
Das wäre ja auch ziemlich unbequem 😀
Denn dann würden wir vielleicht feststellen…
- dass die Depression* (auch) daher rührt, dass wir ein Leben führen, das (noch) nicht unserer wahren Natur entspricht.
- dass die chronischen Schmerzen* uns (zum Beispiel) eigentlich sagen wollen, dass wir viel zu oft unsere Grenzen übergehen und das noch nicht mal mitbekommen.
- dass der Tinnitus* uns (zum Beispiel) sagen will, dass wir endlich mal den Mund aufmachen dürfen, weil das Wut- oder Stresslevel in uns schon am Überkochen sind.
➡️ Merke: Unser Körper ist da oft schneller als unsere Kognition.
(Übrigens kenne ich alle oben genannten Symptome selbst.)
Was ich damit sagen will:
Ja, Regulationstools sind mega! Wir können mit ihnen starten (und sie natürlich auch später im Alltag weiterverwenden), damit wir überhaupt erst mal klarkommen und wieder Selbstermächtigung 💪 spüren. Denn dafür sind sie super.
Aber BITTE vergiss nicht, dass Psychoedukation* mindestens genauso wichtig ist wie Tools und Techniken. Denn wenn du dein Nervensystem und deinen Körper verstehen lernst,…
- dann kannst du die Ursachen identifizieren, die dich dysregulieren oder vielleicht sogar krank machen.
- dann kannst du bestehende und neue Ressourcen finden, die dich unterstützen, ein reguliertes und erfülltes Leben zu führen.
- dann bist du endlich selbstwirksam und kannst dir erst mal eine Komfortzone aufbauen, anstatt sie ständig außerhalb von ihr zu leben.
- dann kannst du nachhaltig wachsen.
Klingt einleuchtend für dich? Mega!
Weil Tools gerade für den Anfang sehr hilfreich sein können, teile ich heute eine Regulationsübung mit dir, die ich fast täglich nutze und die ich standardmäßig mit meinen Klientinnen und Klienten übe.
Weil sie simpel ist, gut in den Alltag integrierbar und sowohl in Über- als auch in Untererregung hilft, wieder mehr in einen ventral-vagalen Zustand zu kommen (= regulierter zu werden).
Wenn du sie das erste Mal machst, such dir am besten einen ruhigen, ungestörten Ort aus.
Viel Freude und Neugier mir der Übung.
Wenn du möchtest, kannst du auch gerne mit mir teilen, ob die Übung etwas bei dir verändert hat.
Deine Janine

*Haftungsausschluss: Dieser Artikel hier ersetzt keine Behandlung durch eine Ärztin oder Psychotherapeutin sondern spiegelt meine Selbsterfahrung und Erfahrung mit Klientinnen wieder. Alle oben genannten Symptomen sollten ärztlich abgeklärt werden. Nervensystem-Arbeit kann bei gesundheitlichen Beschwerden als eine Unterstützung gesehen werden und nicht als Ersatz für medizinische Therapie.


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