Von Nervensystemregulation zu Nervensystemflexibilität – und was die Polyvagaltheorie damit zu tun hat
- Janine Grawe

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Über Selbstregulation, Nervensystemkapazität und korrigierende Erfahrungen.
Als erstes möchte ich dir einmal sagen, was Nervensystemregulation für mich nicht (mehr) bedeutet:
🙌🏼 Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, nur noch tiefenentspannt zu sein.
🙌🏼 Es bedeutet auch nicht, dass du für den Rest deines Lebens jeden Tag Atemübungen machen musst, um diesen Zustand ja zu bewahren.
🙌🏼 Und es bedeutet definitiv nicht, durchgehend deine Nervensystemzustände zu kontrollieren und zu lenken.
____
Ich will ganz ehrlich zu dir sein:
Oft sind einer oder mehrere dieser eben genannten Punkte tatsächlich ein Übergangsstadium zu einem Nervensystem, das erst wieder lernen darf, sich von selbst zu regulieren.
🎯 Side-Fact:
Wenn ich bei der ganzen Prozessorientierung im körperorientierten Coaching ein „Ziel“ formulieren würde, dann wäre es übrigens, dass das Nervensystem irgendwann wieder flexible Selbstregulation lernt.
___
Und genau diese Nervensystemflexibilität entsteht mit der Zeit, wenn wir ein immer (selbst)regulierteres Nervensystem entwickeln.
🌊 Ein Nervensystem, das sich selbst regulieren kann – ohne dass du ständig mit Tools eingreifen musst.
🌊 Ein Nervensystem, das die Kapazitäten entwickelt hat, größere Intensitäten von Gefühlen und Emotionen zu halten.
🌊 Ein Nervensystem, das flexibel hoch und runter gehen kann ohne stecken zu bleiben – und dabei ventral-verankert ist.
Ventral-verankert bedeutet, dass du auch während intensiver Gefühle mit dir selbst und anderen in Verbindung bleiben kannst und präsent bist.
____
Falls du dir jetzt die Frage stellst, wie ein Nervensystem Selbstregulation und Flexibilität wieder lernen kann, dann hab ich hier vier Schritte für dich, wie dies ablaufen kann:
1️⃣ Regulationstools:
Tools an der Hand zu haben, die dir Selbstermächtigung zurückgeben und dein Nervensystem entspannen sind Gold wert. Und zwar als Stütze und nicht als Dauerlösung.
2️⃣ Nervensystem-Verständnis / Psychoedukation:
Verstehen, warum dein Körper wie reagiert hilft dir Mitgefühl für dich und andere zu entwickeln und ist ein weiterer Schritt zu natürlicher Regulation.
3️⃣ Korrigierende Erfahrungen in einem Rahmen, der sich sicher anfühlt (z.B. Coaching):
Hier lernst du in Verbindung mit deinem Körper und deinen Gefühlen zu kommen und zu bleiben.
Durch titriertes Fühlen – ohne Augen zu und durch – sowie weitere traumasensible Unterstützung lernst du etwas über deinen Stress-Toleranz-Fenster und beginnst langsam Altes zu integrieren und deine Kapazität zu erweitern.
4️⃣ Korrigierende Erfahrungen in Beziehungen:
Erst in sicheren Rahmenbedingungen und später kleinschrittig in deinem Tempo auch in herausfordernden Situationen bleibst du mit deinem Körper und mit anderen in Verbindung.
Du lernst deine Grenzen und Bedürfnisse immer öfter zu kommunizieren und zu halten und erweiterst so die Kapazität und Flexibilität deines Nervensystem.
____
Was alle vier Schritte gemeinsam haben:
🫂 Dein Körper darf wieder lernen, sich in Sicherheit zu wiegen und in Verbindung zu bleiben.
Und zwar auch, wenn es Mal herausfordernd wird.
Das ist übrigens der Kern der Polyvagaltheorie mit der ich arbeite und die auch in (trauma)therapeutischen Kontexten immer mehr Einzug findet.
____
Wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg zu mehr Selbstregulation und Sicherheitsgefühl wünscht, dann könnte mein 1:1-Coaching-Programm vielleicht für dich passen.
Dieses Programm vereint die Schritte 1️⃣, 2️⃣, 3️⃣ & 4️⃣ mit Regulationstools, Psychoedukation und korrigierenden Erfahrungen in Verbindung mit deinem Körper.
Schreib mir gerne, wenn du Erkenntnisse mit mir teilen möchtest oder Fragen hast.
Hab einen wundervollen Tag!
Deine Janine




Kommentare